Bilanz einer Verhinderten

Soll ich das jetzt mal aufzählen? Die Verkettung unglücklicher Umstände, auf einer Welt, die den weißen und den Nazis (jeglicher Couleur übrigens) gehört, den Bankern und den Korrupten und denen, die einfach wegschauen oder zu dumm sind es zu begreifen…?
Also gut.
Ich schreibe sowas gar  nicht mehr, ich schreibe nur noch “Poesie”, weil ich nicht mehr Daten rausgeben wollte, aber auch weil es gerade ein Unterhaltungsmedium ist. Aber nun ist das Jahr rum, und nichts ist dabei rausgekommen, ausser einer Unmenge neuer, schmerzlicher, alter Informationen, die ich wirklich haben wollte, die mir aber nun doch weh tun und die ich vielleicht gar nicht wissen wollte… Dinge, die mein Leben unabwendbar offensichtlich zum schlechteren verändert haben (die Informationen, nicht so sehr die Dinge selbst), und die mich ein Stück weit auch zerstört haben…
Ich bin eigentlich am Ende. Mit allem, aber das ist auch offensichtlich. Egal was ich mache, es führt in eine Sackgasse. Dass ich sterbe, durch all diese traurigen Ereignisse, ist mir schon lange klar, es dauert halt nur furchtbar lange, viel länger als normalerweise das Sterben dauert. Für mich ist es ein Sterben, ist es das Ende, weil es wohl wirklich keinen Ausweg gibt: es gibt niemanden, in meiner Umgebung, der nicht krank wäre, nicht Geldsorgen hat, nicht irgendwo verzweifelt ist, oder der Welt irgendwie entrückt, und ich bin mitten drin allein.
Mein Alter erlaubt es nicht, viel Neues anzufangen, da gibt es einfach keinen Weg. Die Welt ist viel zu sehr mit sich beschäftigt, und Leute wie ich gelten in Deutschland eh nur noch als Flüchtlinge. Vor den einen renne ich am liebsten weg, weil sie einen so anschauen, als wollten sie einem um jeden Preis “helfen”, lächeln senil und selig, und man denkt, sie hätten einen an der Waffel (Weihnachtsmarktswaffel, zB.). Die anderen erwürgen einen mit einem Blick. Dass man auf der Stelle tot umfällt. Das sind dann die Nazis und Neuen Identitären, daran erkennt man sie…
Ich habe jetzt auch leider verstanden, dass die Amerikaner den Deutschen (was ich ja leider doch bin irgendwo) gar nicht gut gesinnt sind (ja, doofes Deutsch, weiß ich, haachh), und das tut auch unsinnig weh. Das das so ist, ärgert mich zutiefst, da ich immer gedacht habe, bei mir sollte klar sein wo ich stehe, dann müsste von der Seite schonmal kein Hass kommen, aber da habe ich mich wohl offensichtlich geirrt. Gut, Amerika ist verloren.
Ich hake es ab (was aber nur teilweise geht… aber das versteht in meinem jetzigen Leben eben keiner, weil es da nichts weiter gibt, was ich erzählen kann oder dürfte… scheiße). Ja und nun?? Weihnachten kommt und ich will es nicht! Ich kann es nicht gebrauchen, ich habe zu denken, zu weinen und zu warten… da ist keine Zeit für Kerzen, Besinnlichkeit oder das Sich-Erinnern-an-bessere-Weihnachten…. verdammt.
Manchmal fällt mir tatsächlich ein, dass ich ein gefühlvoller Mensch bin, ein Wesen das Träume hatte, und sich auch Dinge gewünscht hat im Leben. Sklaven dürfen keine Wünsche haben, sie sollen sich nicht selber mögen und nichts für sich selber fühlen. Ich will das aber immer noch, denn ich denke dass ich immer noch ein Mensch bin der das Recht hat, zu fühlen und zu wünschen und zu träumen… ich bin wie der kleine Prinz, nie erwachsen geworden (und auch aktiv irgendwie von meiner Mutter daran gehindert worden), und nun wirke ich halt nicht erwachsen, und die Welt der Menschen ist mir verschlossen… Sie tun so vieles was ich niemals tun werde, niemals tun kann, entweder aus finanziellen Gründen, oder aus sozialen Gründen, weil wer so alt ist wie ich und nicht dies oder das geschafft oder erlebt hat, gilt zumindest hier in Nazi-Deutschland als Mensch zweiter Klasse.  Und das bin ich wohl. Ein Mensch zweiter Klasse. Ich komme mir auch vor, als wäre ich noch in der selbigen. Lese Sinchen, Momo oder Michel aus Lönneberger, Tim und Struppi (unheimlich tröstlich wie ich neuerdings merke) und Tistou, der Junge mit dem Grünen Daumen von Maurice Druon… (Also jetzt nicht der Daumen von Maurice Druon, das Buch ist von ihm..)
Eigentlich müsste ich diese Bücher einem Kind vorlesen. Aber nun ist da ja keins, dem ich es vorlesen könnte. Ich habe keine Kinder und es wird auch keine mehr in meinem Leben geben, weil sich das Schicksal da gegen mich verschworen hat, nicht mal das Schicksal kann mich irgendwie leiden. Es ist ein Schmerz, mit dem ich zu leben gelernt habe, den ich annehmen muss, das allein sein ohne Kinder, ohne Familie…
Die Menschen die in meinem Leben sind, werde ich verlieren, in absehbarer Zeit… unheimlich schwer für mich, aber so ist das… und dann ist da eine Sackgasse, weil niemand dazu kommt. Nun wird es also doch auf die Katze in meinem Schoß hinauslaufen, während ich im Schaukelstuhl sitze.  Haustiere sind das einzige, wovon ich noch träume, weil das sollte doch wenigstens noch möglich sein.  Lol, beobachtete Haustiere, frage mich, was die wohl dazu sagen würden dass sie rund um die Uhr bewacht würden, wäre ihnen wohl auch nicht recht. Sie würden also eh türmen.  Und wieder wäre ich allein.
Was nützt es also….

 

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